Ein Abend mit "Frollein Tod"
• Forum
Leichenpräparatorin - für viele ein Horrorjob. Nicht so für Judith Brauneis, Leiterin des Sezierbereichs der Technischen Universität München. Schon seit frühester Jugend durch ihre Oma mit den Themen Tod und Sterben vertraut gemacht, war ihr Berufsziel zugleich ihre Berufung. Über ihre außergewöhnliche Tätigkeit berichtete sie am 07. Mai 2026 in einer Veranstaltung, die auf Einladung von Hospiz Pulheim e.V. in der Stadtbücherei stattfand. Das Interesse war groß, der Saal bis auf den letzten Platz besetzt, als Vorstandsmitglied Dr. Walburga Engel-Riedel die Anwesenden begrüßte.
Mit viel Sachkunde und ebenso viel Humor ließ Judith Brauneis die Zuhörerinnen und Zuhörer an ihrem Alltag in der Pathologie teilhaben. Dabei kamen zahlreiche Details zur Sprache, die ihre Arbeit in einem völlig anderen Licht erscheinen ließen als Fernsehkrimis vermuten lassen. Zugleich konnte sie auch Ängste nehmen - etwa vor einem Scheintod. Ein zentrales Anliegen der Präparatorin ist, die Würde der ihr anvertrauten Toten zu wahren. Und auch die Angehörigen lässt sie nicht alleine, sondern absolvierte eine Ausbildung zur Trauerbegleiterin. "Ich habe mich entschieden, mitzufühlen", sagte sie dazu. Zuversicht verbreitete sie zudem mit ihrem neuen Buch und der Aussicht "Im Himmel gibt's Lachs". Mit lang anhaltendem Beifall dankten die Anwesenden der Referentin für ihren eindrucksvollen Vortrag.